Bürgeranfrage zum Thema "unzureichende medizinische Versorgung von PKV-Versicherten"

Sehr geehrter Herr….,
Sehr geehrte Frau…..,

Ihr Schreiben ist insofern ungewöhnlich, als es zumeist die gesetzlich versicherten Bürger sind, die sich darüber beschweren, dass privat Versicherte besser behandelt würden und insgesamt Vorteile hätten.

Dass die Wirklichkeit auch anders aussieht, ist oftmals nicht bekannt. Dabei kann der in jungen Jahren individuell abgeschlossene Tarif im Alter zur Belastung werden, insbesondere wenn der damals vertraglich festgelegte Leistungsumfang nicht mehr auf sich verändernde Bedürfnisse im Alter passt.

Wir wissen, dass die Krankenversicherungen – das betrifft GKV und PKV gleichermaßen- vor großen Herausforderungen stehen. Aufgrund des demographischen Wandels und des medizinischen Fortschritts sind die Kosten bei beiden Systemen angestiegen. Als zusätzliches Problem sind die derzeitigen Niedrigzinsen dazugekommen. Dadurch müssen die Versicherer häufig vom ursprünglich avisierten Rechnungszins abweichen und ihn bei der Prämienkalkulation anpassen. Das betrifft auch die Altersrückstellungen.

Das Problem des Kostenanstiegs ist uns bewusst. Deshalb wurden zur Kostenabfederung bereits einige Änderungen auf den Weg gebracht. Um eine finanzielle Überforderung für in der PKV-Versicherte zu vermeiden, wurde ein zusätzlicher Basistarif eingeführt. Alle privaten Krankenversicherungsunternehmen in Deutschland sind verpflichtet, diesen Tarif anzubieten. Dieser ermöglicht eine Absicherung des Versicherten mit dem Leistungsumfang der GKV maximal zum Höchstbeitrag in der GKV.

Zudem haben PKV-Versicherte einen Anspruch darauf, in einen Tarif ihres Versicherungsunternehmens mit gleichartigem Versicherungsschutz zu wechseln. Der Wechsel im selben Unternehmen kann zu einer Verringerung der monatlich zu entrichtenden Prämien führen. Die Versicherer sind grundsätzlich verpflichtet, auf Anfrage dem Kunden die für ihn günstigsten Tarife zu benennen. Der Verband der privaten Krankenversicherungsunternehmen hat Leitlinien für einen transparenten und kundenfreundlichen Tarifwechsel entwickelt; den link dazu sende ich Ihnen anbei. https://www.krankenversicherung.net/rueckkehr-gesetzliche

Abschließend kann ich Ihnen nur raten, sich mit dem Versicherungsunternehmen Ihres Mannes in Verbindung zu setzen, um sich mögliche tarifliche Alternativen aufzeigen zu lassen.

Freundliche Grüße

Elisabeth Winkelmeier-Becker