ICE-Anbindung Bahnhof Siegburg/Bonn

Region darf nicht aufs Abstellgleis geschoben werden!

In einem gemeinsamen Brief an Bahnchef Lutz teilten CDU-Parlamentarier des Rhein-Sieg-Kreises wegen der zum Winterfahrplan 2018 geplanten Änderungen am ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn jetzt ihre Bedenken mit. Die DB Fernverkehr AG plant die Streichung von drei Fahrten in Richtung Süden und vier Fahrten in Richtung Norden, bei zwei neuen Fahrten nach Süden und einer neuen in die Gegenrichtung. „Unterm Strich stehen den Fahrgästen ab Siegburg somit vier Züge weniger als bisher zur Verfügung. Und dies vor allem zu den attraktiven Stoßzeiten während des frühen Vormittags“, so Elisabeth Winkelmeier-Becker MdB, Katharina Gebauer MdL und Oliver Krauß MdL unisono.

Die CDU-Parlamentarier sind überrascht: „Seit Jahren können wir verschiedensten Dokumenten und Schreiben der DB Fernverkehr AG entnehmen, dass der Bahnhof Siegburg/Bonn seit Inbetriebnahme eine stetig wachsende Zahl an Fahrgästen zu verzeichnen hat. Das ist auch unsere ganz persönliche Erfahrung.“ Insbesondere Pendler aus der Region nutzen das Angebot der DB Fernverkehr AG am Bahnhof Siegburg/Bonn vor allem zu den morgendlichen Stoßzeiten, um umweltschonend und staufrei in die Ballungsräume im Süden und Südwesten Deutschlands zu gelangen. „So sind beispielsweise Familien, bei denen ein Familienmitglied im Rhein/Main-Gebiet arbeitet, ganz bewusst in den Einzugsbereich des Bahnhofs Bonn/Siegburg gezogen“, weiß die CDU-Familienpolitikerin Katharina Gebauer.

Mit dem Fahrplanwechsel und Testbetrieb des neuen, größeren aber langsameren ICE der Baureihe 4 im Dezember verspricht die DB Fernverkehr den Kunden mehr Platz, mehr Komfort und mehr Verlässlichkeit. „Für Pendler aus unserem Raum bedeutet die Einführung des Zuges zunächst vor allem jedoch eines: weniger Fahrten ab dem Bahnhof Siegburg/Bonn“, so Elisabeth Winkelmeier-Becker, die Siegburger CDU-Kreisvorsitzende.

Belastbare Indikatoren haben in zahlreichen Prognosen den Rhein-Sieg-Kreis immer wieder als eine der wirtschaftlichen Top-Regionen Deutschlands identifiziert. Die hohe Attraktivität und Akzeptanz des Kreises bei Wirtschaftsunternehmen sowie bei Existenzgründerinnen und Existenzgründern ist vor allem bei hervorragenden Standortqualitäten zu finden. Dazu zählen insbesondere die unmittelbare Nachbarschaft zur Bundesstadt Bonn und zur Metropolregion Köln und vor allem die guten Verkehrsanbindungen, bei denen die Schiene eine immer größere Rolle spielt. „Mit großer Sorge verfolgen wir daher alle Überlegungen, die diese positive Entwicklung leichtfertig gefährden könnten“, so CDU-Verkehrsexperte Oliver Krauß.

„Wir haben zwar Verständnis dafür, dass die DB Fernverkehr AG trotz des langsameren ICE 4 die Fahrzeit zwischen Köln und Frankfurt nicht verlängern möchte, doch darf dadurch nicht der bislang gute Zugang einer weiter wachsenden Region zum Fernverkehr der Deutschen Bahn AG verschlechtert werden. Von daher erwarten wir ausdrücklich, dass nach Abschluss der einjährigen Einführungsphase die Taktung des aktuellen Fahrplans unbedingt wieder hergestellt wird“, heißt es in dem Brandbrief weiter. „Man muss bekanntlich die Menschen da abholen, wo sie stehen. In diesem Falle tun sie das ganz real und zahlreich in Siegburg am Bahnhof!“, winken die Parlamentarier dem Bahnchef zum Abschluss des Briefes mit dem Zaunpfahl und planen ein zeitnahes persönliches Gespräch mit dem Bahnvorstand.