Öfter und schneller

CDU-Abgeordnete aus der Region setzen sich bei der Bahn für schnellere ICE-Verbindungen ein. Die Bahn verweist auf aktuelle Engpässe, will ab 2020 aber mehr Züge aufs Gleis bringen.

Was von Frankfurt und München aus möglich ist, das muss auch aus der Region Köln/Bonn möglich werden: Schnelle ICE-Verbindungen nach Berlin mit wenigen Zwischenstopps. Die CDU-Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus dem Rhein-Sieg-Kreis haben gemeinsam mit den beiden Kölner MdB der CDU einen Brief an die Bahn geschrieben und sich darin für ICE-Angebote eingesetzt, die konkurrenzfähiger mit den Flugzeiten sein sollen als die bereits bestehenden.

Die sieben Abgeordneten schlagen den Einsatz so genannter ICE-Sprinter vor, die ohne viele Zwischenhalte unterwegs sind. "Das Projekt wäre ein Gewinn für die ganze Region. Der deutlich geringere Kohlendioxid-Footprint im Vergleich zu Pkw- oder Flugreisen wäre ein wichtiger Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz", argumentieren Elisabeth Winkelmeier-Becker und ihre Kollegen und skizzieren dabei eine klassische Win-Win-Situation. "Für die Bahn selber wäre der Einsatz von ICE-Sprintern ebenfalls attraktiv, weil ein derartiges Angebot von einer sicheren Nachfrage ausgehen könnte."

"Nicht nur für Mitarbeiter von Ministerien und anderen Institutionen, auch für Geschäftsleute und nicht zuletzt für Privatpersonen, die eine Reise nach Berlin machen wollen, wären schnellere ICE eine attraktive Alternative zum Flugzeug", erläutert Winkelmeier-Becker.

Die Antwort aus dem Hauptstadtbüro der Bahn lässt hoffen, dass die Volksvertreter mit ihrer Initiative tatsächlich Verbesserungen angeschoben haben. Die Konzernleitung teilt mit, dass sie die Möglichkeit sehe, nach der Fertigstellung der Baustelle am Bonner Hauptbahnhof sechs ICE-Direktverbindungen aus der Bundesstadt in die Hauptstadt anzubieten. Dies sei aber auch abhängig von den Trassenkapazitäten zwischen Bonn und Köln. Die Bahn schreibt zudem: "Für eine weitere Steigerung der Attraktivität der Anbindung prüfen wir darüber hinaus - wie auch in Ihren Ausführungen angeregt - mittelfristig das Angebot einer schnellen Sprinterverbindung mit wenig Zwischenhalten zwischen Berlin und Köln und möglicher Weiterführung nach Bonn". Dies könne aber frühestens ab 2021 möglich werden, so die Bahn.

Karsten Möring, MdB und Verkehrsexperte aus Köln, sieht sich durch die Antwort der Bahn darin bestärkt, dass die Region geschlossen für ihre Interessen eintreten muss. "Die Bahn hat große Potenziale, wesentliche Beiträge zur Lösung wichtiger Verkehrsprobleme im Raum Köln-Bonn zu leisten. Wir kalkulieren dabei nicht nur die jetzigen Bedarfe ein, sondern auch die künftigen."

Der Kölner Bundestagsabgeordnete und Rechtsexperte Heribert Hirte ergänzt: „Wichtig ist, dass Sprinter-Verbindungen nicht zu Lasten von Trassen für den schon heute im Rheinland überlasteten Nahverkehr gehen. Ich hoffe, dass das Planungsbeschleunigungsgesetz, das im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist, zur schnelleren Realisierung der Sprinter-Strecke beitragen kann.“


Das Schreiben an die Konzernleitung der Bahn haben neben Elisabeth Winkelmeier-Becker und Karsten Möring auch die Bundestagsabgeordneten Dr. Norbert Röttgen und Prof. Heribert Hirte sowie die Landtagsabgeordneten Katharina Gebauer, Björn Franken und Oliver Krauß unterzeichnet.