Hilfe aus Siegburg für brasilianische Straßenkinder

Elisabeth Winkelmeier-Becker und der Siegburger Förderverein Amare unterstützen eine Einrichtung für Straßenkinder aus den Favelas, die der Wolsdorfer Johannes Skorzak in Brasilien aufgebaut hat. Gemeinsam mit ihrem Mann Jürgen Becker, Fraktionsvorsitzender der CDU in Siegburg und Mitglied des Fördervereins Amare, besuchte sie jetzt erneut die Einrichtung.

Siegburg/Esperantina. Vor 25 Jahren hat der gebürtige Siegburger Johannes Skorzak in Privatinitiative in Esperantina im Bundesstaat Piauì, der im Nord-Osten Brasiliens liegt, das Entwicklungshilfeprojekt Amare gestartet – Hilfe zur Selbsthilfe lautet die Devise bis heute. Neben Essen und Kleidung, sozialer Sicherheit und menschlicher Zuwendung erhalten die Kinder und Jugendlichen dort ergänzende Bildungsangebote zu der oft unzureichenden Schulbildung und darüber hinaus berufsbildende Kurse für die Arbeit z. B. in der Landwirtschaft, Hauswirtschaft und Informatik.

Das staatliche Schulsystem in Brasilien bringt auch nach jahrelangem Schulbesuch viele Analphabeten hervor. Die Amare versetzt sie zunächst in die Lage, Rechnen, Lesen und Schreiben als Grundlage für weitere Qualifikationen erlernen zu können. Mittlerweile schaffen Jahr für Jahr viele Schützlinge der Amare den Sprung in gute Ausbildungen und Jobs.

Jürgen Becker fasste seine Eindrücke so zusammen: „Wir spüren es hier ganz hautnah: Inmitten einer Welt voll Armut, Arbeitslosigkeit, Analphabetentum, Ungerechtigkeit, Gewalt, Kriminalität und Drogen ist das Kinderhaus der Amare mit seinen täglich über 400 Kindern ein kleines Paradies. Es ist ein Hort, in dem die Kinder aus den Favelas viele Fähigkeiten musischer, handwerklicher, technischer Art erlernen und selbstbewusste Menschen werden.

„Ohne die Amare würde ich nicht mehr leben“, so bringt es ein früheres ‚Amarekind‘ auf den Punkt, das heute ein selbständiger junger Mann ist, der im Software-Vertrieb arbeitet. „Die Amare hat mich von Drogen wieder auf einen guten Weg gebracht“, so formuliert es eine jetzige Schülerin der Amare.

Die finanzielle Unterstützung durch den Siegburger Förderverein Amare leistet zu diesen Lebenswegen einen wichtigen Beitrag. Elisabeth Winkelmeier-Becker hat ihn 1996 gegründet, damals noch nicht Bundestagsabgeordnete, sondern Familienrichterin am Siegburger Amtsgericht. Bis heute ist sie die Vorsitzende des Vereins.

Wichtig waren bei ihrem jetzigen Aufenthalt wie bei früheren Besuchen die Konsultationen mit dem Landtagspräsidenten und der Vizegouverneurin des Staates Piauì. Diese Kontakte haben es ermöglicht, die Aufmerksamkeit der dortigen Politiker auf die Amare und ihre Arbeit zu richten. Seitdem kommt auch Unterstützung aus brasilianischen Steuermitteln.

Elisabeth Winkelmeier-Becker resümiert ihre Eindrücke so: „Welches Glück die Amare für die Kinder und Jugendlichen aus den Favelas bedeutet, das zeigt sich in den strahlenden Augen, wenn sie berichten und vorführen, was sie alles gelernt haben. Ich hoffe, dass die Spendenbereitschaft in der Heimat von Johannes Skorzak ungebrochen bleibt, um diese gelungene Form der Entwicklungshilfe weiterhin zu ermöglichen. Amare macht den Unterscheid im Leben dieser Kinder. Johannes Skorzak und sein ganzes Team leisten hier eine unglaubliche Arbeit!“

Förderverein Amare:

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BIC: GENODED1RST
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