Schafe gehören in unsere Kulturlandschaft

Schafe und Ziegen leisten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft. Offene Wiesen, die mit Blumen und Gräsern einen Lebensraum für Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge bieten können, sind ohne die extensive Weidehaltung nicht denkbar.

Hiervon konnte ich mich beim Besuch bei Simon Darscheid auf Gut Felderhof in Hennef-Söven überzeugen. Der Schäfer führt den elterlichen Hof mit seinen ostfriesischen Milchschafen, einer vom Aussterben bedrohten alte Schafrasse, in der zweiten Generation. Als Bezirksvorsitzender und stellvertretender Landesvorsitzender des Schafzuchtverbandes NRW setzt er sich auch für bessere Bedingungen für Berufs- und Hobbyschäfer ein.

Leider ist der traditionsreiche Beruf des Schäfers oftmals nicht mehr rentabel. Die Wolle wird nicht nachgefragt, sodass für den Schafscherer mehr bezahlt wird, als die Wolle einbringt. Als Folge werden jetzt sogar Schafe gezüchtet, die ihre Wolle im Sommer ohne Schur wieder verlieren. Ein neuer Weg die Wolle zumindest nicht mehr wegzuwerfen sind "Düngepellets" zu denen die Wolle gepresst wird und die im Garten für die natürliche und schonende Düngung mit Stickstoff und das Speichern von Wasser sorgen. Auch der Verkauf von Milch und Fleisch genügt häufig nur für das Existenzminimum. Nur durch Aufträge zur Landschaftspflege kommen Schäfer heute noch über die Runden.

Als neue Herausforderung ist nun noch der Wolf hinzugekommen. Vom Land NRW hat Simon Darscheid eine Förderung für Elektrozäune und die Anschaffung von Herdenschutzhunden erhalten. Hiermit konnten Wolfsrisse bisher verhindert werden. Seit Dezember 2019 gehören Hennef und der östliche Rhein-Sieg-Kreis zum "Wolfsgebiet Bergisches Land". Dies erleichtert es Schäfern Förderung für den Herdenschutz zu erhalten.

Wir müssen unseren Schäferinnen und Schäfern konkret helfen, auch finanziell. Dass zum Schutz vor dem Wolf spezielle Herdenschutzhunde vom Land zur Verfügung gestellt werden, ist eine gute Hilfe. Es bleiben aber noch die hohen Unterhaltskosten für die Tiere. Ich werde mich an das Landesumweltministerium wenden, ob eine dauerhafte Förderung der Herdenschutzhunde, z.B. für die anteilige Übernahme von Tierarzt- und Futterkosten ermöglicht werden kann. Schafe gehören einfach in unsere Kulturlandschaft und Schäferinnen und Schäfer müssen von ihrer harten Arbeit auch leben können.

Ich danke Simon Darscheid für die vielen interessanten Informationen und Einblicke!

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