Bürgeranfrage zum Thema: Direktzugang Psychotherapie

Mich haben einige Zuschriften zum geplanten Primärarztsystem und dem Direktzugang in die Psychotherapie erreicht.

Ein funktionsfähiges Primärarztsystem - wie es im Koalitionsvertrag vereinbart ist - kann für Patientinnen und Patienten vielfältige Vorteile bieten: Es stärkt die koordinierte Versorgung, erleichtert Orientierung im Gesundheitssystem und trägt dazu bei, Doppeluntersuchungen zu vermeiden sowie Behandlungen besser miteinander abzustimmen. Ein gut organisiertes Primärarztsystem ist damit nicht nur ein Qualitätsgewinn für Patientinnen und Patienten, sondern hilft langfristig auch, Ressourcen effizienter einzusetzen und das Gesundheitssystem finanziell zu entlasten.

Gleichzeitig ist vollkommen klar, dass Patientinnen und Patienten weiterhin einen guten, schnellen und unkomplizierten Zugang zu medizinischer wie psychotherapeutischer Hilfe benötigen. Dies ist elementar - sowohl für die individuelle Gesundheit als auch für das Funktionieren des gesamten Versorgungssystems. Gerade im Bereich der psychischen Gesundheit wissen wir, wie wichtig frühzeitige Unterstützung ist: Je schneller Betroffene fachkundige Hilfe erhalten, desto geringer ist das Risiko, dass sich Problemlagen verfestigen oder Krankheitsbilder chronifizieren. Daher sind die in der Vergangenheit eingeführten psychotherapeutischen Sprechstunden ein wichtiger Eckpfeiler in der Versorgung.

Vor diesem Hintergrund ist es mir wichtig zu unterstreichen, dass die Ausdifferenzierung des im Koalitionsvertrag vereinbarten Primärarztsystems derzeit intensiv beraten wird, und sich das Bundesgesundheitsministerium mit den unterschiedlichen Berufsgruppen und Fachverbänden austauscht - selbstverständlich auch mit den Vertretern in der Psychotherapie. Hierbei werden auch die weiteren im Koalitionsvertrag vereinbarten Maßnahmen wie die Notversorgung und digitale Angebote eine Rolle spielen müssen. Die Hinweise und Expertise aus dem Berufsstand der Psychotherapie werden wir dabei in unsere Überlegungen einbeziehen.

Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Winkelmeier-Becker

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