Mehr Transparenz und engere Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden nötig

Zur Veröffentlichung der dritten Halbjahresberichte der Plattformen zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) erklärt die rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker:

„Die letzten Wochen haben auf erschütternder Weise gezeigt, dass Hass und Gewalt in Worten der Nährboden für Hass und Gewalt in Taten sind. Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) ist ein wichtiges Instrument gegen die Verbreitung strafbarer Inhalte auf sozialen Plattformen. Auch die dritten Transparenzberichte der sozialen Netzwerke zeigen, dass das ohne eine Einschränkung der Meinungsfreiheit und ohne Overblocking gelingt.

Als CDU/CSU-Bundestagsfraktion wollen wir das NetzDG zeitnah verbessern und werten aktuell die Rückmeldungen und Erfahrungen aus der Praxis aus. Dazu müssen in den Transparenzberichten alle nach dem NetzDG relevanten Postings erfasst werden, auch wenn die Plattformen die Beiträge intern nach ihren eigenen Communitystandards behandeln.

Die aktuellen Transparenzberichte für den Zeitraum Januar bis Juni 2019 zeigen, dass die Plattformen noch sehr unterschiedliche Auffassungen davon haben, welche Kriterien und Daten in diese Berichte gehören. Hier für mehr Klarheit und Rechtssicherheit zu sorgen – auch um eine bessere Vergleichbarkeit zwischen den Plattformen zu erreichen – ist ein Baustein für die Verbesserung des Gesetzes.

Wir brauchen dringend eine engere Zusammenarbeit der Plattformen mit den Strafverfolgungsbehörden. Diese müssen noch schneller die notwendigen Informationen bekommen, um die Täter, die jenseits der Meinungsfreiheit Hass und Hetze verbreiten, unkompliziert ermitteln zu können. Mehr Strafverfahren und Gerichtsurteile werden für alle mehr Klarheit schaffen, wo die Grenzen zur strafbaren Beleidigung oder Volksverhetzung überschritten wird und so auch eine präventive Wirkung haben. Die Auskunftspflicht der Plattformen gegenüber den Behörden muss hier auf alle relevanten Angaben erweitert werden, so wie es beispielsweise in Frankreich bereits vereinbart ist. Außerdem müssen strafrechtlich relevante Beiträge zur Beweissicherung gespeichert werden. Täter dürfen nicht ungestraft davonkommen, weil die Beweise vorschnell gelöscht wurden. Wir werden diese Vorschläge zu einer gesetzlichen Regelung in die anstehenden Beratungen zum NetzDG einbringen.“

Der Deutsche Bundestag vergibt jährlich einen mit 5.000 Euro dotierten Medienpreis. Dieser würdigt hervorragende publizistische Arbeiten – sei es in Tages- oder Wochenzeitungen, in regionalen oder überregionalen Medien, in Printmedien, Online-Medien oder in Rundfunk und Fernsehen –, die zu einem vertieften Verständnis parlamentarischer Praxis beitragen und zur Beschäftigung mit den Fragen des Parlamentarismus anregen. Die Auszeichnung wird vom Präsidenten des Deutschen Bundestages verliehen.

- Der eingereichte Beitrag muss zwischen dem 1. Oktober 2018 und dem 30. September 2019 veröffentlicht worden sein. Einsendeschluss ist der 7. Oktober 2019

- Es werden sowohl Eigenbewerbungen als auch Benennungen durch Dritte berücksichtigt.

- Dem Bewerbungs­schreiben sind drei Exemplare der zur Auszeichnung vorge­schlagenen Arbeit, ein Lebenslauf sowie die unterschriebene Einverständniserklärung zur Verarbeitung personenbezogener Daten auf Grundlage der Datenschutzverordnung (abrufbar unter www.bundestag.de/medienpreis) beizufügen.

Die Auswahl der Preisträgerin oder des Preisträgers erfolgt durch eine unabhängige Fachjury aus sieben renommierten Journalistinnen und Journalisten.

Bewerbungen oder Rückfragen sind an folgende Adresse zu richten:

Deutscher Bundestag
Wissenschaftliche Dienste
Fachbereich WD 1 – Geschichte, Zeitgeschichte und Politik –
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Telefon: 030-227-38630, Fax: 030-227-36464, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: www.bundestag.de/medienpreis

 

 

 

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) hat mit am heutigen Mittwoch veröffentlichtem Beschluss das Verfahren wegen Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft gegen die Gießener Ärztin zur erneuten Verhandlung an das Landgericht Gießen zurückverwiesen.

Hierzu erklärt die rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Elisabeth Winkelmeier-Becker:

„Die Neuregelung des § 219a StGB aus März 2019 ist nach wie vor tragfähig. In der ganzen Diskussion darf nicht vergessen werden, dass der Hauptkonflikt zwischen Mutter und Kind besteht. Das stand neben dem Interesse der Ärzte bei der Neuregelung im Mittelpunkt. Es ist gut, dass die Neuregelung für alle Seiten rechtssicher abgrenzt, was geht und was nicht geht und notwendige Informationen gewährleistet.“

Durchsetzung von Ansprüchen auf Entschädigung muss jederzeit möglich sein

Überbuchungen, Annullierungen und Verspätungen von Flügen belasten immer wieder zahlreiche Fluggäste. Nach dem Ferienchaos im vergangenen Jahr sind laut Medienberichten auch 2019 Probleme in der Ferienzeit im Flugverkehr zu erwarten. Hierzu erklären die rechts- und verbraucherpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker, und der zuständige Berichterstatter, Sebastian Steineke:

Winkelmeier-Becker: „Die Ereignisse im vergangenen Sommer mit unzähligen Flugausfällen und Verspätungen haben deutlich gemacht, dass die bisherigen Regelungen zur Durchsetzung von Verbraucherrechten gegenüber Fluggesellschaften nicht ausreichen. Auch die Luftfahrtgipfel haben in diesem Kontext noch keine wesentlichen Verbesserungen herbeigeführt. Die Branche hat dort zwar gemeinsam mit der Politik Maßnahmen entwickelt, um ein erneutes Ferienchaos zu verhindern. Dennoch erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher bei Verspätungen und Flugausfällen in vielen Fällen immer noch keine Entschädigung, auch wenn sie ihre Ansprüche ordnungsgemäß geltend machen. Neben der Reform der Europäischen Fluggastrechte-Verordnung, die wir für zwingend notwendig halten, sind auch auf nationaler Ebene geeignete Mittel zur besseren Durchsetzbarkeit berechtigter Ansprüche von Verbraucherinnen und Verbrauchern zu prüfen.“

Steineke: „Um die zivilrechtliche Durchsetzung von Verbraucheransprüchen im Flugverkehr zu verbessern, sind aus unserer Sicht einige wesentliche Schritte erforderlich. Insbesondere in einfach gelagerten Fällen, in denen der Anspruch auf Entschädigung dem Grunde nach feststeht, kann eine mögliche Verpflichtung der Fluggesellschaften zu einer Auszahlung binnen einer kurzen Frist Abhilfe schaffen. In den Fällen, in denen alle Daten des Kunden vorliegen, muss dies durch eine ‚Ein-Klick-Rückerstattung‘ möglich sein. Um Verbraucherinnen und Verbraucher vor möglichen Airline-Insolvenzen besser zu schützen, schlagen wir vor, in Anlehnung an das Pauschalreise-Recht zunächst nur eine Anzahlung zu leisten und die Fälligkeit der Restsumme erst kurz vor den Flugantritt zu legen. Dies könnte zu einer deutlichen Verbesserung des Verbraucherschutzes beitragen.“

Hintergrund:
Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion berät zurzeit ein Papier, das Maßnahmen vorsieht, um den Verbraucherschutz für Fluggäste zu stärken und die Durchsetzung von Ansprüchen zu verbessern. Hintergrund sind die negativen Entwicklungen im Flugverkehr im vergangenen Jahr und eine mögliche Wiederholung dieser Situation in diesem Sommer.

Gesetz konsequent anwenden und Dialog zwischen Plattformen und Bundesamt für Justiz stärken

Das Bundesamt für Justiz (BfJ) hat gegenüber der Facebook Ireland Limited aufgrund unvollständiger Angaben im Transparenzbericht des 1. Halbjahres 2018 einen Bußgeldbescheid in Höhe von zwei Millionen Euro erlassen. Dazu erklärt die rechts- und verbraucherschutzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Winkelmeier-Becker:

„Das Bundesamt für Justiz hat für seinen ersten bekannt gewordenen Bußgeldbescheid auf Grundlage des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) eine gut nachvollziehbare Begründung geliefert. Den Vorgaben des NetzDG wird nur dann entsprochen, wenn über die Behandlung sämtlicher rechtswidriger Inhalte transparent berichtet wird. Insoweit ist es richtig zu verlangen, dass die Zahlen in den halbjährlichen Transparenzberichten Klarheit über das tatsächliche Ausmaß rechtswidriger Inhalte in den sozialen Netzwerken verschaffen.

Es verstößt erkennbar gegen die Vorgaben des Gesetzes, einen Großteil der Meldungen rechtswidriger Inhalte über die unternehmenseigenen Community Standards zu behandeln und auf diese Weise entsprechende Fallzahlen der vom NetzDG geforderten Transparenz zu entziehen. Hinzu kommen die unübersichtlichen Meldewege bei Facebook, auf denen die User im Ergebnis fast von einer Meldung nach dem NetzDG abgehalten werden.

Zugleich müssen wir zusehen, dass Auslegungsfragen und Meinungsverschiedenheiten über die Anwendung des NetzDG, mit dem alle Beteiligten juristisch neue Wege beschreiten, nicht erst im Bußgeldverfahren ausgetragen werden. Auf diese Weise kämen wir schneller zu einer effektiven Eindämmung von Hass und Hetze im Netz und vor allem zu einer transparenten Übersicht über das tatsächliche Ausmaß dieses Problems in den sozialen Netzwerken.

Wir müssen Wege für einen fortgesetzten Austausch zwischen Netzwerken und dem Bundesamt für Justiz finden. Gerade in einem für alle Beteiligten neuen Rechtsgebiet muss es unser Anspruch sein, offene Fragen frühzeitig im Dialog anzusprechen. Um dem Bundesamt für Justiz entsprechende Handlungsspielräume zu geben, werden wir die anstehende Überarbeitung des NetzDG nutzen.“