Rettung der IKB-Bank

Antwort auf eine Anfrage vom 25. Februar zur Rettung der Industriebank (IKB).

Die Frage ist sicher berechtigt, ob die Steuerzahler dafür zahlen sollen, dass die IKB-Bank sich verspekuliert hat. Die Entscheidung wurde sich nicht einfach gemacht. Es gab in diesem Fall nicht Vorteile gegen Nachteile abzuwägen, sondern nur jeweilige Nachteile gegeneinander. Letztlich waren sich fraktionsübergreifend aber fast alle einig, dass die IKB Bank gerettet werden muss, denn eine Insolvenz hätte einen im Umfang kaum absehbaren Schaden für den gesamten Finanzmarkt Deutschland gehabt.

Die IKB Bank ist eine Mittelstandsbank, die über Einlagen in Höhe von 24 Mrd. €, verfügt, von denen etwa 18 Mrd. € von Banken und Sparkassen gehalten werden, 6 Mrd. von verschiedenen Nichtbanken. Diese hat die IKB zur Refinanzierung ihres Geschäftes als ungesicherte Anleihen herausgegeben. Diese Papiere werden als Anlageform von Genossenschaftsbanken und Sparkassen, bei denen Normalbürger ihre Kredite bekommen und Sparanlagen anlegen, gehalten. Bisher war diese Form der Anlage relativ risikoarm und galt bislang als gutverzinsliche Wertanlage. Im Falle eines Konkurses der IKB hätten die nicht gesicherten Anlagen nicht zurückgezahlt werden können. Die Papiere würden wertlos, die Banken  und Sparkassen müssten abschreiben, würden somit ihrerseits in erhebliche Schwierigkeiten kommen. Leidtragende wären auch hier die Steuerzahler, weil die Kommunen den Verlust bei den Sparkassen mit auffangen müssten, und die Sparer und die Genossen der Genossenschaftsbanken. Die Insolvenz hätte erhebliche Auswirkungen auf den gesamten deutschen Finanzmarkt. Durch den einsetzenden Dominoeffekt würde eine Bank nach den anderen konkursgefährdet. Durch die Entscheidung, die IKB noch mal zu stützen, wird also verhindert, dass andere Banken durch die Krise bei IKB in Mitleidenschaft gezogen werden. Es wird verhindert, dass Einlagen in Höhe von 24 Mrd. € verloren gehen und damit auch der Einlagensicherungsfonds der privaten Geschäftsbanken in Anspruch genommen wird. Letztendlich hätte der Schaden immer auch die Steuerzahler und die Allgemeinheit getroffen. Insgesamt bestand  aber die Einschätzung, - trotz der ordnungspolitischen Bedenken -  dass der Schaden durch die Stützung der IKB deutlich kleiner gehalten werden kann.