Rentengerechtigkeit – Anerkennung von Kindererziehungszeiten bei der Rente

Antwort auf ein Schreiben der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) zum Thema Rentengerechtigkeit – Anerkennung von Kindererziehungszeiten bei der Rente

Für Ihren Brief, in dem Sie sich für eine bessere Anerkennung von Kindererziehungszeiten bei der Rente einsetzen, danke ich Ihnen sehr.
Die von Ihnen erwähnte Unterschriftenaktion „Mehr Generationengerechtigkeit bei der Rente“ der kfd und des KDFB wurde von der Bundesregierung sowie meinen Kollegen in der Fraktion und mir mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und zeigt den dringenden Handlungsbedarf in dieser Frage. Aus vielen Zuschriften und persönlichen Gesprächen kenne ich die Situation der betroffenen Frauen sehr gut und weiß, dass wir hier Korrekturen vornehmen müssen.
Mit der Kindererziehung haben Mütter sowohl nach als auch vor 1992 einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft geleistet, der bei ihrer Rente unabhängig vom Geburtsjahr der Kinder Anerkennung finden sollte. Wenn Frauen, die wegen fehlender Betreuungsmöglichkeiten ihre Erwerbstätigkeit aufgeben oder einschränken mussten und zusätzlich durch die Reduzierung der Hinterbliebenenversorgung am Ende von Altersarmut bedroht sind, dann entspricht diese Entwicklung nicht einer modernen Familien- und Frauenpolitik.  Es entspricht nicht zuletzt der Logik des Rentensystems, wenn diejenigen, die die Beitragszahler von morgen erziehen diese Leistung auch mit Blick auf ihre Rente anerkannt bekommen.
Gleichzeitig wäre es aber unehrlich und den nachfolgenden Generationen gegenüber ebenso ungerecht, wenn wir nicht auch die notwendige Finanzierbarkeit im Blick behielten. Beides müssen wir im Blick haben und gegeneinander abwägen. Jede Nachjustierung muss im Sinne der Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit solide gegenfinanziert werden. Meine Kollegen in der Fraktion und ich setzen uns gegenwärtig dafür ein, auch die Erziehungsleistung älterer Mütter stärker als bisher bei der Berechnung der Renten anzuerkennen. Dabei versuche ich Ihre Argumente und die vieler anderer Frauen in die parlamentarischen Beratungen einzubringen und hoffe, dass wir an dieser Stelle zu entsprechenden Nachbesserungen kommen werden.