Anfrage zum Thema: Arbeitsteilung zwischen Bonn und Berlin

Sehr geehrter Herr Dr. Kunze,
 
vielen Dank für Ihre Zuschrift zu einem für unsere Region höchst wichtigen Thema. Denn nach dem Statusbericht der Bundesbauministerin Hendricks steht zu befürchten, dass die Kräfte gestärkt werden, die von der erfolgreichen Arbeitsteilung zwischen Bonn und Berlin abrücken wollen. In der Praxis haben sich die Verhältnisse bereits seit längerem merklich nach Berlin verschoben. Das war gesetzlich anders vorgesehen. Mit der Blockade einer vernünftigen Infrastruktur für Bonn (z. B. Ablehnung der Südtangente) tut die SPD ihr Übriges, um die Region zu schwächen und die Bindung von Dax-Unternehmen und Verbänden als große Arbeitgeber an Bonn aufs Spiel zu setzen.
 
Zur Frage nach den Kosten für einen Komplettumzug: Es kursiert lediglich seit Beginn der Diskussion eine Spanne bei den vermuteten Kosten für einen Komplettumzug wohl als Hochrechnung der damaligen Teil-Umzugskosten, die zwischen zwei und fünf Milliarden Euro liegt und die auch von den Berlin-Befürwortern meines Wissens nicht in Frage gestellt wird. Die Ungenauigkeit liegt unter anderem daran, dass die Kosten von vielen Detailentscheidungen abhängen, die erst bei konkreten Bau- und Umzugsplänen getroffen würden.
 
 Ausschlaggebend ist aber nicht nur die Kostenberechnung. Es geht dabei auch um eine politische Bewertung. Würde Deutschland ein Berliner Zentralismus gut tun? Ich bin da skeptisch. Bonn ist – abgesehen davon, dass die Arbeitsteilung hervorragend funktioniert – auch ein Symbol für eine nationale Selbstbestimmtheit ohne Selbstüberschätzung. Die Bonner Republik ist eben kein Fall für die Geschichtsbücher, sondern Maßstab für heutiges politisches Handeln. Deshalb wurde diese Entscheidung damals auch so getroffen in dem Bewusstsein, dass dies auch mit gewissen Lasten verbunden sein würde. Das hat man schon damals bewusst in Kauf genommen.  
Für mich als Vertreterin meiner Wählerinnen und Wähler im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis und auch als Vorsitzende der CDU im gesamten Rhein-Sieg-Kreis ist meine Position deshalb eindeutig: Die Arbeitsteilung zwischen Bonn und Berlin muss bestehen bleiben.
 
 Mit freundlichen Grüßen
Elisabeth Winkelmeier-Becker