Anfrage zum Thema: Siegtal - zweigleisiger Ausbau führt zu deutlich mehr Güterverkehr

Sehr geehrter Herr ….

danke für Ihre Zuschrift. Nach meiner Interpretation ist klar, dass ein Teil der Züge Richtung Bayern, Österreich etc., die bisher das Rheintal durchqueren, in das Siegtal geführt werden sollen. Das ergibt sich m. E. eindeutig z. B. aus dem Artikel auf der Seite des Bundesverkehrsministeriums, der die Grundlagen der Korridorstudie Mittelrhein erläutert. Dort heißt es: „Zur Entlastung der Eisenbahnstrecken im Mittelrheintal machen die Gutachter zwei Vorschläge: Bereits mittelfristig kann ein Teil der Verkehre über die auszubauende Rhein/Ruhr-Sieg-Achse Hagen/Köln - Siegen - Gießen - Hanau aufgenommen werden. Dies nützt insbesondere Zügen von den Nordseehäfen nach Bayern, Österreich und Italien, da hier die Laufwege gegenüber den Rheinstrecken verkürzt werden.“

https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2015/016-ferlemann-mittelrheinstudie.html https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2015/016-ferlemann-mittelrheinstudie.html  

Bitte sehen Sie sich dann unter diesem Link noch einmal die Projektbegründung im Bundesverkehrswegeplan an.

http://www.bvwp-projekte.de/schiene/2-004-V03/2-004-V03.html http://www.bvwp-projekte.de/schiene/2-004-V03/2-004-V03.html  

Ich zitiere daraus: „In diese Überlegungen wurden auch mögliche Alternativrouten zu den Mittelrheinstrecken beispielsweise von Hagen / Köln über Siegen nach Hanau einbezogen.“

Es geht also jedenfalls auch um Züge Richtung Süden, die bislang durch das Mittelrhein fahren!

Die SPD, die ja sehr offensiv und vor allem zum Nutzen der Industrie in und um Siegen für den zweigleisigen Ausbau eintritt, geht in ihrer Argumentation davon aus, dass eine rechtsrheinische Neubaustrecke für den Güterverkehr kommt (die im Idealfall weitestgehend untertunnelt wäre). Wenn diese Entlastung für das Mittelrheintal aber nicht kommt und das Siegtal ausgebaut ist, dann würde das eine derzeit kaum seriös abzuschätzende Zunahme an Güterzügen bedeuten.

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Winkelmeier-Becker