Nein zur Gewalt gegen Frauen: 25. November - Internationaler Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen

„Gewalt gegen Frauen findet in unterschiedlichen Formen alltäglich und mitten unter uns statt. So ist jede vierte Frau, die in Deutschland lebt, mindestens einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt geworden. Gewalt gegen Frauen ist bis heute die häufigste Menschenrechtsverletzung“, so Winkelmeier-Becker. Der Gedenktag am 25. November wird seit 1981 begangen und soll dazu beitragen, die Einhaltung von Menschenrechten gegenüber Frauen und Mädchen zu thematisieren. Dies betrifft zum Beispiel Gewalt im häuslichen Bereich, sexueller Missbrauch, Genitalverstümmelung und Zwangsehe sowie Gewalt in der Prostitution, Zwangsprostitution und Handel mit Frauen, wodurch die meist minderjährigen Mädchen all ihrer Rechte und Entwicklungsmöglichkeiten im späteren Leben beraubt werden.


Insbesondere die Situation von jungen Zwangsprostituierten habe sich im Laufe der letzten Jahre drastisch verschlechtert, sie sei geradezu untragbar geworden, so die Abgeordnete. Maßgeblich verantwortlich dafür sei das von der rot-grünen Bundesregierung 2002 eingeführte Prostitutionsgesetz. Die ursprüngliche gutgemeinte Zielsetzung zu mehr Schutz und Sicherheit von Prostituierten konnte nicht erreicht werden. Im Gegenteil, meint Winkelmeier-Becker: „Menschenhändler, Zuhälter und Bordellbetreiber sind die waren Nutznießer des Gesetzes. Man nennt uns das Bordell Europas - fast 90 % der Prostituierten kommen aus dem europäischen Ausland und prostituieren sich unter Zwang“.


„Wir brauchen jetzt schnell eine Reform des Prostitutionsrechts. Unser Ziel ist ein besserer Schutz derjenigen, die von Menschenhändlern und Zuhältern unfreiwillig in die Prostitution gedrängt und gezwungen werden. Vor allem aus dem Blickwinkel dieser Opfer muss die Prostitution neu geregelt werden. Außerdem geht es um den Schutz der Bevölkerung vor Belästigung und Gesundheitsgefahren. Mit dem Koalitionspartner arbeiten wir derzeit intensiv an einer praktikablen Umsetzung“.


Dass es sich bei uns in Deutschland beim Thema häusliche Gewalt gegen Frauen keineswegs um ein Randthema handelt, zeigten die Zahlen. Die mehr als 350 Frauenhäuser und über 40 Schutz- oder Zufluchtswohnungen mit mehr als 6000 Plätzen reichten nicht aus, um allen betroffenen Frauen und ihren Kindern Schutz und Unterstützung zu geben. Dass es dazu noch über 750 Fachberatungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen gebe und das bundesweite „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ seit seinem Start vor 2 Jahren rund 100.000 Kontakte und 45.000 Beratungen per Telefon, Chat und E-Mail hatte, liefere einen weiteren traurigen Beweis, so Winkelmeier-Becker.


Auch weltweit seien 7 von 10 Frauen mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexueller Gewalt, so Winkelmeier-Becker.


Mit zahlreichen Aktionen und Info-Veranstaltungen und Ausstellungen schenkt man diesem traurigen Thema jeweils am 25. November besondere Aufmerksamkeit mit dem Ziel, Gewalt gegen Frauen stärker in das Bewusstsein einer internationalen Öffentlichkeit zu bringen und jegliche Art von Gewalt gegen Frauen anzuprangern.